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Bericht zur Versionszählung 2009

Das technikum29-SVN-Repositorium feiert einjähriges Jubiläum - und es stellt sich die Frage, was sich in mehr als einem Jahr getan hat

Mehr als eineinhalb Jahre ist es nun her, als der letzte Artikel über die Versionszählung auf technikum29 veröffentlicht wurde, im Januar 2008. Mittlerweile wird der komplette Inhalt der technikum29.de-Homepage im SVN-Repositorium technikum29-www verwaltet, welches heute, am 13.07.2009, seinen 100.ten Veränderungsbeitrag (Commit) erhalten hat und in wenigen Tagen einjähriges Bestehen feiern darf.

Der Status quo im Juli 2009

Der damalige Artikel hatte verschiedene Lösungswege mit Pro- und Contraargumenten beleuchtet. Vor etwa einem Jahr (24.07.2008) wurde dann ein Subversion-Repositorium angelegt. Dieser Schritt hat sich als brauchbar erwiesen – mittlerweile wird die komplette Homepage durch das Subversion-Repositorium verwaltet. Ein Grundsatzproblem, der schon im Januar 2008 so bekannt war, existiert aber nach wie vor: Subversion ist zu kompliziert für uninteressierte Anwender, die lieber per FTP ihre Inhalte verwalten. Auf diese Weise ist nach wie vor eine manuelle Interaktion notwendig.

Zahlen und Fakten

Das Subversion-Repositorium (auf dem Server) hat derzeit etwa einen Umfang von 120 MB. Eine Arbeitskopie ist derzeit exakt 190 MB groß (u.a. bedingt durch die Doppelspeicherung von SVN). Die mittlerweile täglich erstellte Offline-Kopie der Homepage hat gezippt einen Umfang von 10 MB, entpackt entspricht das 22 MB. Durch die Subversion-Dateien wird also für eine Arbeitskopie fast der neunfache Festplattenspeicher verbraucht. Natürlich sind die etwa 170 MB zusätzlicher Speicher nicht mit Datenmüll gefüllt, sondern sinnvollen Zusatzdaten, die den ganzen Funktionsumfang von Subversion erst möglich machen.

Subsite als SVN-Frontend

Mit dem neuartigen Programm subsite soll SVN idiotentauglich gemacht werden (siehe englischsprachiges Abstract why subsite?). Das Problem ist aber, dass die Entwicklung langwierig ist und Zeit ein recht knappes Gut ist. Die Entwicklung hat daher stagniert, es ist aber durchaus geplant, dass sie wieder aufgenommen wird. Zentrale Aspekte von Subsite ist die Bereitstellung einer Wiki-artigen Oberfläche unter Wahrung der vollen Autonomität der Verzeichnisstruktur. Ob dann noch geplante Funktionen wie die Automatisierung von manuellen Änderungen (FTP-"Eingriffe") nötig sind, kann durchaus bezweifelt werden.

Warum MediaWiki kaum eine Option darstellt

Im vergangenen Jahr habe ich mit dem von mir favorisierten Wiki-System MediaWiki bei der Entwicklung von BioKemika intensiv bekanntschaft gemacht. Ich denke, dass MediaWiki für technikum29.de vermutlich nicht überdimensioniert ist, allerdings bietet es eine völlig falsch gelegene Prioritätenverteilung. Während viele Wiki-Funktionen nicht benötigt werden, fehlt an anderer Stelle die Flexibilität, beispielsweise im Design. Wer mit Wikis, und damit auch MediaWiki, arbeitet, muss zugunsten der Einfachheit an vielen Stellen Kompromisse eingehen. technikum29.de lebt jedoch ziemlich kompromisslos, es werden einfach ständig die Wünsche des Betreibers unter Anwendung aller Mittel ohne Rücksicht auf technische Komplexität umgesetzt. Mit MediaWiki könnte dies desaströs enden, denn Workarounds um bestehende Limitierungen resultieren in hässlichen, zeitaufwändigen Hacks. Eine beliebige (d.h. freie) Dateistruktur und der niedrige Ansatz auf HTML-Ebene (ohne Spezialmarkup) hingegen ermöglichen relativ schnell und problemspezifisch (ohne zusätzliche Abstraktionsschichten) die z.T. recht wirren und aussergewöhnlichen Wünsche des Betreibers zu erfüllen. Das bedeutet für den Betreiber allerdings eine Erschwerung des selbstständigen Arbeitens, denn einfaches Wiki-Markup erleichtert das Schreiben von Inhalten sehr.

Ergebnis

Die für mich wohl beste Lösung wäre schlicht und ergreifend, wenn alle technikum29.de-Autoren das Arbeiten mit SVN-Clients erlernen würden (z.B. TortoiseSVN für Microsoft Windows). Es ist demnach nicht geplant, von der Subversion-Lösung in naher Zeit abzukommen. Sattdessen wird der Status quo zunächst einfach weiterbehalten.

Sven Köppel, 13.07.2009